Das Haus ist zu groß geworden – welche Möglichkeiten gibt es im Alter?

Vertrautes Einfamilienhaus mit Fotoalbum, Umzugskartons und Hausschlüssel als Symbol für einen Wohnungswechsel im Alter

Umbauen, teilweise vermieten, innerhalb der Familie übertragen oder verkaufen:

Ein einfühlsamer Überblick für eine selbstbestimmte Entscheidung.


Das eigene Haus ist weit mehr als eine Immobilie. Es ist der Ort, an dem Kinder aufgewachsen sind,
Familienfeste gefeiert wurden und viele persönliche Erinnerungen entstanden sind.


Doch irgendwann kann sich das vertraute Zuhause verändern: Die Kinderzimmer stehen leer, der
Garten macht mehr Arbeit, Treppen werden beschwerlicher und anstehende Reparaturen belasten.
Gleichzeitig fällt der Gedanke schwer, das Haus zu verlassen.


Diese Gefühle sind vollkommen verständlich. Eine Entscheidung muss deshalb weder übereilt noch
unter Druck getroffen werden. Viel wichtiger ist eine ehrliche Frage: Passt mein Haus noch zu
meinem heutigen Leben – und wird es auch in einigen Jahren noch zu mir passen?


Kurz erklärt: Wenn das eigene Haus im Alter zu groß oder zu beschwerlich wird,
kommen mehrere Lösungen infrage: altersgerechter Umbau, teilweise
Vermietung, Übertragung innerhalb der Familie oder Verkauf mit
anschließendem Umzug.

Welche Möglichkeit sinnvoll ist, hängt von der
Immobilie, den finanziellen Verhältnissen und den persönlichen Wünschen ab.


Woran merke ich, dass das Haus nicht mehr richtig passt?

Ein großes Haus kann lange Freude bereiten. Es kann aber auch zunehmend Zeit, Kraft und Geld
beanspruchen. Typische Anzeichen sind:

  • mehrere Zimmer werden kaum noch genutzt
  • Treppen oder Schwellen erschweren den Alltag
  • Garten und Grundstück verursachen immer mehr Arbeit
  • größere Reparaturen oder Modernisierungen stehen an
  • Heiz- und Unterhaltungskosten erscheinen zu hoch
  • Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte oder Verkehrsmittel sind schlecht erreichbar
  • das Gefühl von Sicherheit im Haus nimmt ab
  • nach dem Auszug der Kinder wirkt das Haus leer
  • der Wunsch nach einer kleineren, bequemeren Wohnung wächst


Nicht jeder dieser Punkte bedeutet automatisch, dass das Haus verkauft werden sollte. Sie sind
vielmehr ein Anlass, die eigene Wohnsituation in Ruhe zu überdenken.
Warum eine frühzeitige Entscheidung hilfreich ist
Solange kein akuter Zeitdruck besteht, können unterschiedliche Möglichkeiten sorgfältig geprüft
werden. Wer frühzeitig plant, behält mehr Einfluss auf die Auswahl des zukünftigen Zuhauses, den
Zeitpunkt des Umzugs und die Gestaltung des Immobilienverkaufs.

  • Wie möchte ich in fünf oder zehn Jahren leben?
  • Möchte ich in Sulzbach oder im Main-Taunus-Kreis bleiben?
  • Wie wichtig sind Garten, Balkon oder Terrasse?
    Benötige ich künftig einen Aufzug?
  • Kann ich alle wichtigen Räume ohne Treppen erreichen?
  • Wie viel Wohnfläche brauche ich tatsächlich?
  • Möchte ich weiterhin Eigentümerin oder Eigentümer sein?
  • Wäre auch eine Mietwohnung vorstellbar?
  • Wie nah möchte ich bei Kindern, Freunden oder Ärzten wohnen?

Möglichkeit 1: Das Haus altersgerecht umbauen

Wer sich im eigenen Zuhause wohlfühlt und in der vertrauten Nachbarschaft bleiben möchte, kann
zunächst prüfen, ob sich das Haus an veränderte Bedürfnisse anpassen lässt.

  • Einbau einer bodengleichen Dusche
  • zusätzliche Haltegriffe im Bad
  • Verbreiterung schmaler Türen
  • Beseitigung von Schwellen
  • rutschhemmende Bodenbeläge
  • bessere Beleuchtung
  • Schlafzimmer und Bad auf einer Wohnebene
  • Treppenlift oder andere Liftlösung
  • leichter erreichbare Schalter und Bedienelemente
  • automatische Rollläden oder intelligente Assistenzsysteme
  • ein möglichst stufenloser Hauseingang


Manchmal können bereits kleinere Maßnahmen den Alltag deutlich erleichtern. Bei anderen Häusern
wären umfangreiche und kostenintensive Umbauten notwendig.


Lohnt sich der Umbau wirtschaftlich?
Vor einer Entscheidung sollten die Umbaukosten dem langfristigen Nutzen gegenübergestellt werden:

  • Ist der gewünschte Umbau technisch machbar?
  • Lassen sich Bad, Schlafzimmer und Küche auf einer Ebene nutzen?
  • Bleiben trotz Umbau problematische Treppen bestehen?
  • Wie hoch sind die Kosten?
  • Wie lange soll das Haus voraussichtlich noch selbst genutzt werden?
  • Stehen zusätzlich energetische Sanierungen an?
  • Gibt es Unterstützung bei Garten und Hausarbeit?
  • Ist das Haus auch nach dem Umbau langfristig finanzierbar?


Für Maßnahmen zur Barrierereduzierung bietet die KfW derzeit den Förderkredit „Altersgerecht
Umbauen – Kredit 159“ an. Nach Angaben der KfW können unter bestimmten Voraussetzungen bis
zu 50.000 Euro je Wohneinheit finanziert werden. Gefördert werden beispielsweise Maßnahmen an
Eingängen, Treppen, Türen, Raumaufteilungen und Badezimmern. Die Förderung steht unter dem
Vorbehalt verfügbarer Mittel und muss grundsätzlich vor Beginn der Arbeiten beantragt werden.


Aktuelle Informationen der KfW zum Kredit 159


Vor einem Umbau empfiehlt sich eine unabhängige Wohn- oder Bauberatung. Denn nicht jede
Maßnahme, die als „altersgerecht“ angeboten wird, erfüllt tatsächlich die persönlichen Anforderungen.


Möglichkeit 2: Einen Teil des Hauses vermieten


Manche Einfamilienhäuser lassen sich in zwei voneinander getrennte Wohnbereiche aufteilen. Dadurch könnte ein Teil weiterhin selbst genutzt und der andere vermietet werden.
Mögliche Vorteile sind:

  • das vertraute Zuhause bleibt erhalten
  • die zu pflegende Wohnfläche wird kleiner
  • zusätzliche Mieteinnahmen können entstehen
  • ein bewohntes Haus vermittelt möglicherweise mehr Sicherheit
  • später könnte eine Betreuungsperson oder ein Familienmitglied einziehen


Ob eine Teilung möglich ist, hängt vom Grundriss und von den baurechtlichen Voraussetzungen ab.

  • Geprüft werden müssen unter anderem:
    separater Zugang
  • eigenes Bad und eigene Küche
  • ausreichende Belichtung
  • Brand- und Schallschutz
  • Genehmigung der Nutzungsänderung oder des Umbaus
  • getrennte Verbrauchserfassung
  • Stellplatzanforderungen
  • steuerliche Auswirkungen
  • laufende Vermieterpflichten


Nicht jedes große Haus eignet sich für eine wirtschaftlich sinnvolle Teilung. Eine fachliche Vorprüfung
schützt vor kostspieligen Fehlplanungen.

Möglichkeit 3: Das Haus innerhalb der Familie übertragen

Manche Eigentümer möchten ihr Haus an Kinder oder andere Angehörige weitergeben. Denkbar sind Schenkung, Verkauf an ein Familienmitglied, Übertragung gegen Ausgleichszahlung, Wohnrecht,
Nießbrauch oder gemeinsames Wohnen mehrerer Generationen.
Eine Übertragung sollte niemals nur aufgrund eines vermeintlichen Steuervorteils erfolgen.
Entscheidend ist, dass die eigene finanzielle und persönliche Absicherung dauerhaft gewährleistet bleibt.

  • Wer trägt künftig Reparatur- und Modernisierungskosten?
  • Wer bezahlt laufende Abgaben und Versicherungen?
  • Welche Räume dürfen von wem genutzt werden?
  • Was geschieht bei Trennung oder Scheidung des übernehmenden Kindes?
  • Wie werden Geschwister berücksichtigt?
  • Kann das Haus später verkauft oder belastet werden?
  • Was passiert, wenn Pflegekosten entstehen?
  • Wie wird ein Wohnrecht im Grundbuch abgesichert?


Wohnrecht, Nießbrauch, Rückforderungsrechte und mögliche Ausgleichszahlungen sollten immer individuell mit einem Notar sowie gegebenenfalls einem Steuerberater oder Rechtsanwalt geregelt
werden.

Möglichkeit 4: Das Haus verkaufen und kleiner wohnen

Ein Verkauf kann sinnvoll sein, wenn das Haus dauerhaft mehr Belastung als Lebensqualität verursacht
oder sich nicht vernünftig anpassen lässt. Durch den Verkauf wird ein großer Teil des gebundenen
Vermögens verfügbar. Gleichzeitig können Pflegeaufwand, Energiekosten und Instandhaltungsrisiken
sinken.
Das neue Zuhause könnte sein:

  • eine kleinere Eigentumswohnung
  • eine barrierearme Mietwohnung
  • eine Wohnung mit Aufzug und Balkon
  • eine zentral gelegene Wohnung mit kurzen Wegen
  • eine Wohnanlage mit zusätzlichen Serviceangeboten
  • ein Zuhause in der Nähe der Familie
  • eine gemeinschaftliche oder generationenübergreifende Wohnform

Der Umzug in eine kleinere Wohnung bedeutet nicht zwangsläufig einen Verlust an Lebensqualität.
Häufig entsteht dadurch mehr Zeit für Familie, Freunde, Reisen und persönliche Interessen.

Erst verkaufen oder zuerst eine neue Wohnung suchen?

Zuerst eine neue Wohnung finden:

Das bietet mehr Sicherheit, weil das zukünftige Zuhause bereits
feststeht. Allerdings muss möglicherweise eine Übergangszeit finanziert werden, in der zwei
Immobilien gleichzeitig getragen werden.

Zuerst das Haus verkaufen:

Dadurch steht fest, welches Budget für das neue Zuhause verfügbar ist.
Gleichzeitig entsteht ein zeitlicher Rahmen für die Wohnungssuche und den Umzug.


Verkauf und Übergabe aufeinander abstimmen:

In vielen Fällen lässt sich im Kaufvertrag ein
späterer Übergabetermin vereinbaren. Dadurch bleibt nach dem Notartermin Zeit, die neue Wohnung
vorzubereiten und den Umzug zu organisieren.
Auch eine vorübergehende Weiternutzung nach dem Verkauf kann im Einzelfall vereinbart werden.
Solche Regelungen müssen jedoch rechtlich, finanziell und vertraglich eindeutig gestaltet sein.

Was sollte die neue Wohnung bieten?

  • stufenloser Zugang
  • Aufzug vom Keller oder Stellplatz bis zur Wohnung
  • bodengleiche oder leicht zugängliche Dusche
  • ausreichende Bewegungsflächen und breite Türen
  • gut erreichbarer Balkon oder Terrasse
  • Waschmaschinenanschluss in der Wohnung
  • Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte und Apotheke in der Nähe
  • gute Anbindung an Bus und Bahn
  • ausreichender Stauraum
  • Stellplatz oder Garage
  • Gäste- oder Arbeitszimmer
  • gut organisierte Eigentümergemeinschaft
  • überschaubare laufende Kosten
  • „Barrierearm“ und „barrierefrei“ sind nicht dasselbe. Deshalb sollte eine Wohnung immer persönlich
    besichtigt und anhand der eigenen Bedürfnisse geprüft werden.

Kaufen oder künftig mieten?

Eine kleinere Wohnung kaufen: Ein Kauf erhält den Immobilienbesitz und kann langfristige Sicherheit bieten. Gleichzeitig bleibt Kapital in einer Immobilie gebunden. Kaufnebenkosten, Hausgeld
und zukünftige Instandhaltungen müssen berücksichtigt werden.

Eine Wohnung mieten: Eine Mietwohnung bietet häufig mehr Flexibilität. Für größere Reparaturen
am Gebäude ist grundsätzlich der Vermieter verantwortlich. Dafür müssen die langfristige
Mietentwicklung und die gewünschte Sicherheit des Mietverhältnisses bedacht werden.

Muss das ältere Haus vor dem Verkauf modernisiert
werden?

  • Nicht jede Renovierung zahlt sich beim Verkauf aus. Gerade bei älteren Häusern können umfangreiche
    Modernisierungen sehr teuer werden, ohne dass sich die Investition vollständig im Kaufpreis
    widerspiegelt.
  • gründliche Reinigung
  • Entrümpelung
  • kleinere Reparaturen
  • Pflege des Gartens
  • Freilegen wichtiger Räume
  • gute Beleuchtung
  • Zusammenstellung vorhandener Unterlagen
  • Nachweise über frühere Modernisierunge

Größere Maßnahmen wie ein neues Bad, eine neue Heizung oder der Austausch sämtlicher
Bodenbeläge sollten erst nach einer wirtschaftlichen Prüfung beauftragt werden. Manche Käufer
suchen bewusst ein Haus, das sie nach den eigenen Vorstellungen modernisieren können.

Wie lässt sich der Umzug emotional bewältigen?

Der Abschied vom langjährigen Zuhause ist selten nur eine organisatorische Aufgabe.

  • Viele Gegenstände sind mit Erinnerungen verbunden. Deshalb braucht das Aussortieren Zeit.
  • frühzeitig und Raum für Raum beginnen
  • zunächst einfache Entscheidungen treffen
  • Erinnerungsstücke fotografieren
  • wichtige Dinge innerhalb der Familie weitergeben
  • eine begrenzte Zahl persönlicher Lieblingsstücke auswählen
  • Unterstützung von Angehörigen oder professionellen Dienstleistern annehmen
  • ausreichend Zeit zwischen Verkauf und Übergabe einplanen

Niemand muss sein bisheriges Leben „wegwerfen“. Es geht darum, die wichtigen Erinnerungen in eine
neue Lebensphase mitzunehmen.

Häufig gestellte Fragen

Wann ist der richtige Zeitpunkt, das Haus zu verkaufen?

Den einen richtigen Zeitpunkt gibt es nicht. Günstig ist es jedoch, die Möglichkeiten zu prüfen, solange
die Entscheidung selbstbestimmt und ohne akuten Zeitdruck getroffen werden kann.

Muss ich ausziehen, sobald der Kaufvertrag unterschrieben ist?

Nein. Besitzübergang und Übergabetermin werden im Kaufvertrag geregelt. Ein späterer
Übergabetermin kann individuell vereinbart werden, wenn Käufer und Verkäufer zustimmen.

Kann ich das Haus verkaufen und trotzdem darin wohnen bleiben?

Modelle mit Wohnrecht, Nießbrauch, Rückmietung oder Leibrente sind grundsätzlich denkbar. Sie
unterscheiden sich jedoch deutlich in Preis, Risiko und rechtlicher Ausgestaltung. Eine unabhängige
rechtliche und wirtschaftliche Beratung ist deshalb unverzichtbar.

Ist eine Immobilienleibrente immer eine gute Lösung?

Nein. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Leibrentenmodelle komplex sind und sorgfältig
mit einem normalen Verkauf sowie anderen Finanzierungsmöglichkeiten verglichen werden sollten.
Informationen der Verbraucherzentrale zur Immobilienleibrente

Kann ich einen Teil des Hauses verkaufen?

Einzelne Gebäudeteile können nur dann separat verkauft werden, wenn rechtlich eigenständiges
Wohnungs- oder Teileigentum geschaffen wird. Eine bloße räumliche Trennung reicht dafür nicht aus.

Sollte ich meine Kinder einbeziehen?

Unbedingt! Ein offenes Gespräch kann sehr hilfreich sein. Die endgültige Entscheidung sollte jedoch zu Ihrer
eigenen Lebensplanung, finanziellen Sicherheit und persönlichen Vorstellung vom Wohnen passen.

Wie finde ich den realistischen Wert meines Hauses?

Eine belastbare Bewertung berücksichtigt nicht nur Wohnfläche und Grundstücksgröße, sondern auch
Mikrolage, Gebäudezustand, Modernisierungen, Energiekennwerte, Grundriss, Nutzflächen und die
aktuelle Nachfrage.

Eine Entscheidung, die Zeit und Vertrauen verdient

Ein Haus nach vielen Jahren zu verlassen, ist ein großer Schritt. Deshalb sollte eine Beratung nicht mit
Verkaufsdruck beginnen, sondern mit Zuhören.
Als Diplom-Gutachterin für Immobilienbewertung und langjährig in Sulzbach verwurzelte
Immobilienmaklerin unterstütze ich Sie dabei, Ihre Möglichkeiten realistisch und in Ruhe zu betrachten.

  • Gemeinsam können wir klären:
    welchen aktuellen Marktwert Ihr Haus hat
  • ob ein altersgerechter Umbau sinnvoll erscheint
  • ob sich eine Teilvermietung prüfen lässt
  • welche Maßnahmen vor einem Verkauf empfehlenswert sind
  • wie Verkauf und Umzug zeitlich aufeinander abgestimmt werden können
  • welche Art von Wohnung zu Ihrer neuen Lebensphase passen könnte

Sie entscheiden, welcher Weg der richtige für Sie ist. Ich begleite Sie persönlich, verständlich und mit
dem notwendigen Einfühlungsvermögen.

Ihre Ursula Geisenberger
G & K Immobilienberatungs GmbH
Hauptstraße 22 · 65843 Sulzbach (Taunus)
Telefon: 06196 767749
E-Mail: info@guk-immo.de

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